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AUS DEM
STEGREIF

Wolfgang Geinitz braucht kein Blatt, um sofort loszuspielen. Von Schlagern über Operette und Jazziges reicht das Repertoire des Entertainers an der Gitarre. Trotzdem: Für jeden Auftritt stellt er ein eigenes Programm zusammen. Zum Frühling gehören Frühlingsmelodien, für das Balkon-Konzert von Hand in Hand im Dezember hatte er Einschlägiges gegen den Winter-Blues parat. 

W

enn ich einmal dabei bin, packt es mich.

Seine Mutter hatte ihm früh das Mundharmonikaspiel beigebracht. Als Schüler begann er mit Geigenunterricht und Trompetenspiel im Posaunenchor der Kirchengemeinde. Sein ureigenes musikalisches Terrain aber fand er, als er mit vierzehn Jahren die Gitarre seiner Schwester erbte. Neben den Möglichkeiten des Instruments entdeckte der Jugendliche die Kraft seiner Stimme und die Gabe, andere mitzureißen. Zusammen mit seinem Cousin und einem Schlagzeuger spielte er bei Vereinsfesten von Wilhelmshöhe bis hinunter an die Fulda Tanzmusik und die Lieder der Zeit: „Von da an habe ich die Gitarre nie wieder aus der Hand gelegt.“ So richtig zum Einsatz kam sie jedoch erst wieder, als der Regierungsdirektor 2005 in den Ruhestand ging und begann wieder aufzutreten, jetzt solo und vor ausgesuchtem Publikum. „Unter 70 Jahren ist kaum ein Zuhörer bei mir. Ich spiele die alten Sachen und will die Leute mitnehmen in die Vergangenheit, erinnern an früher“, erklärt er. Gekonnt beherrscht der 80-Jährige noch heute die schwierigen Barré-Griffe auf der Gitarre, übt täglich eine halbe Stunde. 

„Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand“ ist eines seiner Lieblingslieder, gesungen in den Fünfzigern von Bruce Low, früher einmal ein Vorbild für den großen Mut- und Muntermacher Wolfgang Geinitz. /