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Wozu Miete zahlen?

Wer bei der 1889 wohnt, weiß: Die Genossenschaft ist anders gestrickt. Sie sind ja nicht nur Mieter, sondern immer auch Genossenschaftler, das heißt allesamt Mit-Eigentümer des großen, gemeinsamen Wohnungsbestands.

Ein angenehmer Nebeneffekt dieser besonderen Eigentümerschaft ist zum Beispiel die jährliche Dividende. Ihre Miete wiederum (oder im Genossenschafts-Deutsch: Nutzungsentgelt) dient dazu, die Häuser zu erhalten und auf den neuesten Stand zu bringen. Oder auch, damit eine freundliche Kundenbetreuerin an das Telefon geht, wenn Sie uns anrufen. Und damit sind wir schon mittendrin in Teil eins unserer Serie zum Thema Mieten.


Mieter oder Eigentümer? Beides!

Tatsächlich bleibt die Rolle des Eigentümers im Alltag eher abstrakt. Die Verwaltungsaufgaben sind im Büro der 1889 gut aufgehoben, man zahlt die Miete und gut ist. Flattert eine Mieterhöhung in das Haus, ist es vielmehr die Mieterseele, die sich regt. Statt sich mit der Eigentümerbrille auf dem Kopf zu fragen: „Reicht das, was die Genossenschaft tut?“ Denn die richtet den Blick auf das Zuhause als ein Wirtschaftsgut, das noch lange Zeit ein attraktives Dach über dem Kopf sein soll, für viele.

Was ist das richtige Maß?

4,38 Euro beträgt die aktuelle Durchschnittsmiete bei der 1889. Das ist weitaus günstiger als sonst auf dem Kasseler Wohnungsmarkt üblich. Für die Berechnung unserer Quadratmeterpreise haben wir ein eigenes System, das jeweils das Wohnviertel, die Lage im Haus und die Ausstattung der Wohnung berücksichtigt. Wie sich die Betriebskosten zusammensetzen, lesen Sie in der nächsten Ausgabe der LIEBLINGS/STÄTTE.

Das Dach über dem Kopf oder kein Dach hält ewig

Was kostet also ein Haus? Die Architektenwelt bedient sich dazu gerne ihres Lebenszyklusmodells. Ausgangspunkt ist ein fiktiv angenommenes Alter für ein Wohngebäude von 150 Jahren. In diesem Fall entfällt der Löwenanteil der Ausgaben (70 Prozent) darauf, der Immobile eben diese Lebensdauer zu verschaffen. Je älter das Haus, umso höher sind die Kosten zur Erhaltung und Modernisierung, während der Anteil für Planung und Errichtung proportional sinkt. Unsere Häuser in Kassel und Bad Wildungen entstammen praktisch jeder Epoche zwischen 1889 bis 2010 und umfassen daher sämtliche Lebenszyklen. Fassaden, Versorgungsleitungen, Dächer, Fenster, Treppenhäuser und technische Ausstattung – nichts hält ewig und muss daher in einem bestimmten Turnus erneuert werden. Veränderte Wohnstandards machen außerdem Modernisierungen notwendig.

Vergangenes Jahr hat die 1889 rund 11,5 Millionen Euro in die Instandhaltung und die Verbesserung ihrer ca. 700 Häuser in Kassel und Bad Wildungen investiert. Eine stolze Summe.

Jeder Profit bleibt im Haus

Zu den Investitionen in die Gebäude kommen die Kosten für das Kümmern und Organisieren – für die Menschen hinter den Aufgaben und ihre Arbeitsmittel wie Telefone, Fahrzeuge, Computer, Schraubendreher, Briefmarken und vieles mehr. Auch Zins und Tilgung für Darlehen zur Finanzierung diverser Baumaßnahmen gehören auf die Kostenseite sowie die jährliche Dividende an unsere Mitglieder.

Und unsere Genossenschaft wäre nicht die 1889, gäbe es nicht Hand in Hand e. V., das eine oder andere interessante Kulturereignis und die Feiern zum 50-jährigen Wohnjubiläum oder einer ebenso langen Mitgliedschaft. All das wird getragen durch das Nutzungsentgelt (Miete) der rund 4.500 Mieter bei der 1889 – beziehungsweise alles fließt zurück. Da wir als Genossenschaft nicht gewinnorientiert wirtschaften, bleiben die Überschüsse in unseren Häusern, bei unseren Mitgliedern und Mi(e)t-Eigentümern.